TAG DER ARBEIT am 1. Mai 2017 - "Wir sind viele. Wir sind eins."

  • von  Elke Härtel
    21.03.2017
  • Beiträge

„Wir sind viele, wir sind eins“ war das Motto des diesjährigen 1. Mai.  Vom Aufseßplatz marschierte der Demozug – mit vielen SPD, AfA- und Gewerkschaftsfahnen zum Kornmarkt. Seite an Seite kamen tausende Demonstranten zusammen um den Reden zuzuhören und den Tag der Arbeit zu feiern. Am Kornmarkt betreuten wir, als Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, einen Stand, bei dem wir zusammen mit Abgeordnete, Stadträtinnen und Stadträte viele interessierte Bürgerinnen und Bürger informierten.  

Stephan Doll, der mittelfränkische Geschäftsführer der DGB erinnerte als erster Redner an die Bedeutung des ersten Mai für die Arbeitsnehmerrechte. Er betonte die Wichtigkeit des DGB als Einheitsgewerkschaft, die mit 6 Millionen Mitgliedern sehr viel erreicht hat. Der Kampf für die Gerechtigkeit geht weiter und ist heutzutage besonders wichtig um Rechtspopulisten und Fremdenfeindlichen in Deutschland, in Europa und weltweit den Nährboden zu entziehen. Den Zusammenhang zur kommunalen Ebene stellte Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly her, indem er in seinem Redebeitrag für den Zusammenhalt der Stadtgesellschaft warb.

Konkret wurden die heutigen niedrigen Renten thematisiert. Das absinkende Rentenniveau kann nicht mehr länger hingenommen werden; man müsse das Rentenniveau stabilisieren und zurück auf 50% bringen. Ebenfalls ist es an der Zeit zuzugeben, dass die Riester Rente gescheitert ist. Immer mehr Menschen sind auf die Grundsicherung angewiesen; in Nürnberg ist deren Anzahl um 70% gestiegen. Der Missbrauch von Werkverträgen und Leiharbeit, das Rückkehrrecht aus Teilzeit zu Vollzeit und die Abschaffung der sachgrundlosen Befristungen sind weitere wichtige Themen, die bei der Bundestagswahl thematisiert werden müssen.

Die Gefahr des Arbeitsplatzverlustes durch die Digitalisierung war ebenfalls ein zentrales Thema. „Für manches haben wir noch keine Antwort“ sagte unser Oberbürgermeister. An der Frage, ob sich durch die Arbeit 4.0 eher Ausbeutungs- oder eher Selbstbestimmungsverhältnisse durchsetzen, wird spannend und da müssen die Gewerkschaften natürlich für letzteres kämpfen.

Die Armutsquote in Deutschland ist heute höher als vor Jahrzehnten und das obwohl es uns so gut geht wie noch nie. Das liegt daran, dass reiche Menschen immer reicher werden und arme Menschen umgekehrt relativ immer ärmer. Daher ist auch eine Forderung an der Politik, mehr gegen diese Entwicklung zu unternehmen und eine korrigierende Umverteilung einzufügen.

Für all das sind wir als Genossen/innen und als Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen am 1.Mai in Nürnberg auf der Straße gegangen.